Blühende Aloen in einem Beet, im Hintergrund der rot-weiße Leuchtturm von Swakopmund

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Sehenswertes in Swakopmund

Ein Leuchtturm, eine Brücke ins Meer und eine Altstadt voller Giebel, gebaut in zwanzig Jahren Kolonialzeit. Fast alles liegt so nah beieinander, dass du das Auto stehen lässt.

Foto: 123RF

Neun Uhr morgens, der Nebel liegt noch über der Promenade. Der Leuchtturm ist nur ein roter Schatten, von der Jetty hörst du die Brandung, bevor du sie siehst. Gegen Mittag reißt es auf. Zwölf Orte erzählen, wie Swakopmund entstand, und fast alle erreichst du von der Innenstadt in zehn Minuten zu Fuß.

Jeder hat eine eigene Seite mit Geschichte, Zeiten und Eintritt. Die deutsche Kolonialmacht gründete Swakopmund 1892, und viele der Häuser stammen aus den Jahren, in denen sie Krieg gegen Herero und Nama führte. Wo ein Bau damit zu tun hat, steht es auf seiner Seite; die ganze Geschichte erzählen wir unter Geschichte.

Orte
12drei am Wasser, sechs in der Altstadt, drei Sammlungen
Leuchtturm
1902bis heute in Betrieb
Jetty
262 mStahlbrücke, seit 2006 wieder offen
Aquarium
geschlossenseit November 2023 (Stand September 2026)

Am Wasser: Jetty, Mole und Leuchtturm

Die Stadt wollte einen Hafen und bekam einen Strand. Zwischen Leuchtturm und Aquarium gehst du auf der Promenade am Atlantik entlang, und fast alles, was du hier siehst, erzählt von diesem Scheitern.

Schwarzweißaufnahme: Ruderboote bringen Menschen und Fracht vor Swakopmund an Land
Landung mit Booten vor Swakopmund, 1905. Für solche Fahrten durch die Brandung wurde die Jetty gebaut. Foto: Koloniales Bildarchiv, UB Frankfurt am Main

Kolonialbauten der Altstadt

Giebel, Türmchen und Erker aus den Jahren zwischen 1894 und 1912, verteilt auf ein paar Straßenblocks. Die meisten Häuser siehst du nur von außen, und fast alle stammen aus der Zeit, in der die Kolonialmacht Krieg gegen Herero und Nama führte.

Museen und Sammlungen

Ein Heimatmuseum unter dem Leuchtturm, ein Kristall von 14 Tonnen und ein Aquarium, das seit Ende 2023 auf seine Reparatur wartet.

Ein Tag in der Altstadt

Fang um neun an der Kristall Galerie an, die öffnet als Erste. Eine knappe Stunde, dann stehst du gleich um die Ecke vor dem gelben Giebel des Alten Amtsgerichts. Von dort sind es wenige Minuten bis zum Leuchtturm und dem Marine-Denkmal daneben. Um zehn öffnet unter dem Turm das Swakopmund Museum. Heb dir das Museum für den Nebel auf, draußen ist um diese Zeit ohnehin nicht viel zu sehen.

Wenn es aufklart, gehst du hinaus auf die Mole und am Palm Beach entlang nach Süden. Mittagessen findest du an der Promenade oder in den Straßen dahinter, Adressen stehen unter Restaurants. Danach biegst du in die Bismarck Street ab. Am Woermannhaus fragst du nach dem Schlüssel für den Damaraturm und schaust von oben über die Dächer. Das Hohenzollernhaus mit seinem Atlas liegt zwei Minuten entfernt, die Alte Kaserne fünf.

Am Nachmittag geht es zurück nach Norden, zur Evangelisch-Lutherischen Kirche und zum alten Bahnhof, der heute ein Hotel ist. Einen Kaffee in der Halle hast du dir verdient. Und zum Schluss, eine Stunde vor Sonnenuntergang, gehst du hinaus auf die Jetty. Das Aquarium gleich südlich davon siehst du dabei nur von außen, es ist seit November 2023 geschlossen.

Zu Fuß kommst du auf rund vier bis fünf Kilometer, alles flach. Leg den Tag nicht auf einen Sonntag. Dann hat die Kristall Galerie zu, und am Woermannhaus stehst du womöglich vor verschlossener Tür.

Was der Rundgang nicht zeigt

Die Altstadt erzählt die Geschichte der Siedler. Die der Menschen, die in denselben Jahren in Swakopmund in Lagern gefangen gehalten wurden, erzählt sie kaum. Dafür fährst du in den Stadtteil Matutura im Nordosten. Dort hat der Künstler und Aktivist Laidlaw Peringanda 2015 das Swakopmund Genocide Museum gegründet, das an den Völkermord an Herero und Nama erinnert. Wie es dazu kam, liest du unter Geschichte.

Unser TippNimm auch im Sommer eine Jacke mit. Am Vormittag liegt oft Nebel über der Küste, und auf der Jetty und dem Damaraturm weht es kälter als in den Straßen.

Häufige Fragen zu den Sehenswürdigkeiten

Was muss man in Swakopmund gesehen haben?

Die Jetty, die alte Landungsbrücke von 1905, den Leuchtturm über der Mole und in der Altstadt das Woermannhaus mit dem Damaraturm. Dazu kommen das Swakopmund Museum an der Mole und die Kristall Galerie mit einer Quarzgruppe von 14 Tonnen.

Reicht ein Tag für die Sehenswürdigkeiten in Swakopmund?

Ja. Die Altstadt von Swakopmund ist klein, zwischen Kristall Galerie, Leuchtturm, Woermannhaus und Jetty gehst du nirgends länger als eine Viertelstunde. Mit Museum und Turmaufstieg füllt der Rundgang einen Tag, zu Fuß sind es rund vier bis fünf Kilometer.

Welche Sehenswürdigkeiten in Swakopmund haben sonntags geschlossen?

Die Kristall Galerie in Swakopmund öffnet nur montags bis samstags, und am Woermannhaus fanden Besucher sonntags schon verschlossene Türen. Das Swakopmund Museum hat täglich geöffnet, die Evangelisch-Lutherische Kirche siehst du innen am ehesten zum Gottesdienst am Sonntag.

Wo erinnert man in Swakopmund an den Völkermord an Herero und Nama?

Das Swakopmund Genocide Museum im Stadtteil Matutura dokumentiert den Völkermord an Herero und Nama, gegründet 2015 von Laidlaw Peringanda. In der Altstadt steht dagegen neben dem Leuchtturm das Marine-Denkmal, das deutsche Soldaten des Kriegs ehrt und deshalb umstritten ist.

Warum sieht Swakopmund so deutsch aus?

Swakopmund wurde 1892 von der deutschen Kolonialmacht gegründet, und die meisten Bauten der Altstadt entstanden zwischen 1894 und 1912. Viele davon sind heute Nationaldenkmäler Namibias.